Ausflug mit Kindern: Sparrenburg Bielefeld

Die Sparrenburg Bielefeld

Die Sparrenburg ist das prächtige Wahrzeichen von Bielefeld. Sie thront hoch oben auf dem Sparrenberg und bietet einen herrlichen Panoramablick über die Stadt und den Teutoburger Wald. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, hier etwas zu unternehmen. Heute berichte ich von unserem Besuch auf der Sparrenburg Bielefeld, der Führung durch die Kasematten und der Besichtigung des Turms.

Zahlen / Daten / Fakten Kasemattentour

Öffnungszeiten

April bis OktoberÖffentliche Führungen
täglich um 12:00 und 14:30 Uhr
Sonn- und Feiertage zusätzlich um 16:00 Uhr
November bis Märzkeine Führungen wegen der Fledermäuse

Preise

Erwachsene4,50 €Kombiticket: 6,00 €
Ermäßigter Eintritt3,50 €Kombiticket: 4,50 €

Beim Kombiticket erhält man neben der Kasemattentour zusätzlich noch ein Ticket für die Turmbesichtigung. Weitere Infos zu Preisen und Terminen findet ihr hier.

(Stand: September 2018)

Zahlen / Daten / Fakten Turmbesichtigung

Öffnungszeiten

April bis Oktobertäglich um 10:00 bis 18:00 Uhr
November bis MärzSamstag, Sonn- und Feiertage von 11:00 bis 18:00 Uhr
(außer 24.12.-01.01.)

Preise

Erwachsene2,00 €Kombiticket: 6,00 €
Ermäßigter Eintritt1,50 €Kombiticket: 4,50 €

Die Münzen zum Eintritt in den Burgturm sind im Besucherzentrum erhältlich. Beim Kombiticket erhält man neben der Turmbesichtigung zusätzlich noch ein Ticket für die Kasemattenführung. Weitere Infos zu Preisen und Terminen findet ihr hier.

(Stand: September 2018)

Die Kasemattentour

Die Kasemattentour dauert etwa 45 Minuten und ist unheimlich spannend gestaltet. Man erfährt sehr detailliert alles über die Entstehung der Burg im 13. Jahrhundert, über das Leben in der Burg aber natürlich vor allem über das damalige Leben der Soldaten in den Kasematten unterhalb der Burg. Für mich war das unheimlich interessant zu lernen und sogar die Kinder haben ganz gespannt gelauscht.

Der Burgbrunnen

Die Führung beginnt zunächst überirdisch am überdachten Brunnen direkt unterhalb des Turmes. Der Brunnen direkt neben dem Burgturm war ursprünglich zweimal so tief wie der Turm hoch ist. Unvorstellbar! Dort konnte innerhalb von einer Viertelstunde ein 50 L-Eimer mit Wasser heraufgeschafft, in kleine Eimer umgefüllt und anschließend in der Burg verteilt werden, ohne das Wasser mühsam den Berg hinauf schleppen zu müssen. Das waren noch Zeiten! Heute ist der Brunnen nicht mehr in Betrieb und es wurde ein Gitter darin angebracht, damit niemand hineinfallen kann.

Der Brunnen vor dem Sparrenburg Turm

Nach einigen weiteren spannenden Infos geht es weiter zum Eingang in die Kasematten und dort eine Treppe hinunter in die finsteren Gänge, die zu den 4 Rondellen in den Ecken führen. Wer sich für einen Übersichtsplan der Burg und der Kasematten interessiert, kann hier einen Blick reinwerfen.

Die Tür in die Kasematten

Die Entstehung der Kasematten

Die Erstellung der Kasematten dauerte insgesamt beeindruckende 100 Jahre. Die Mauern sind insgesamt 9 m dick! Innen und außen wurden jeweils 1,5 m ganz normal gemauert, dazwischen wurden unzählige große und kleine Steine quasi nur reingeworfen. Diese Bauweise hatte 3 Vorteile:

  1. wenn die Außenmauer durch einen Kanoneneinschlag beschädigt wurde, dann rutschten die Steine zwischen den Mauern nach und verschlossen das Loch somit direkt wieder.
  2. wenn jemand unter der Mauer durchgraben wollte, kam er nur unter dem ersten gemauerten Stück hindurch, dann rutschen immer wieder Steine in den Tunnel und es ging nicht weiter.
  3. außerdem war diese Bauweise natürlich kostengünstiger als 9 m komplett zu mauern.

Insgesamt wurde die Burg 10 mal angegriffen, 5 mal auch eingenommen aber immer wieder zurück erobert.

Ein Tunnel in den Kasematten
Ein Tunnel in den Kasematten

Der beste Arbeitsplatz der Kasematten: Die Backstube

In den Kasematten lebten zwischen 150 und 600 Soldaten, je nachdem ob gerade Krieg herrschte oder nicht. Es gab eine Backstube, in der jeden Morgen ein Feuer entfacht wurde. Nach 5 Stunden waren die Ziegel heiß genug, um darauf Brot zu backen. Die Lehrlinge mussten zum säubern in den Ofen kriechen, um sämtlichen Schmutz des Feuers zu beseitigen, dann wurde gebacken. Während der Führung dürfen die Kinder einmal in den Backofen reinkrabbeln und ihn aus nächster Nähe begutachten. Für viele ein absolutes Highlight.

Die Backstube war der wärmste Ort in den sonst sehr kalten Kasematten und es duftete dort immer gut. Nachts musste die Tür von innen verschlossen werden, damit die Soldaten nichts stehlen. Der Bäcker schlief daher eingeschlossen hoch oben im Holzlager über dem Backofen: dies war der beste Schlafplatz in den gesamten Kasematten: immer warm und ohne Ratten.

Der Backofen in den Kasematten
Die Backstube in den Kasematten
Die Backstube in den Kasematten

Das Leben der Soldaten in den Kasematten

Die unterirdischen Gänge der Kasematten führen zu 4 Rondellen in den Ecken. Diese waren quasi die Aufenthaltsräume für jeweils etwa 50 Soldaten, zu Kriegszeiten natürlich mehr. In solch einem Raum zu stehen ist schon ziemlich beklemmend. Es ist kaum vorstellbar wie damals so viele Männer hier zusammengepfercht leben konnten. Niemand konnte damals lesen, daher wurde viel Karten gespielt. Natürlich wurde um Geld gespielt und viel gestritten. Zur Info: Die Bänke im Schusterrondell, die unten auf dem Foto zu sehen sind, wurden für verschiedene Veranstaltungen in den Kasematten dort aufgestellt. Die Soldaten damals saßen natürlich allesamt auf dem Boden.

Ein Raum in den Kasematten

Der Dienst an der Kanone

Der Dienst an der Kanone wurde immer mit 3 Personen ausgeführt. Das wichtigste war, nach jedem Schuss das Rohr gut sauber zu machen, sonst blieb die Kugel an den Resten des Schwarzpulvers hängen und die gesamte Kanone explodierte (was sowieso sehr häufig passierte). Ein Schuss der Kanone war unglaublich laut, auch wenn sich die Soldaten ein paar Meter entfernt in einer kleinen Nische in der Wand verstecken konnten. Daher waren ihre Trommelfelle meist zerfetzt und sie waren taub. Der Dienst an der Kanone war ein extrem gefährlicher Job. Deshalb erhielten diese Soldaten den doppelten Lohn. Zur Info: die auf dem Foto abgebildete Kanone dient nur zur Ansicht. Die damals verwendeten Kanonen waren um einiges größer und wurden durch den Rückstoß durch das halbe Rondell geschleudert.

Eine Kanone in den Kasematten

Was ziemlich spannend für die Kinder ist: das Fenster mit der Kanone kann man auch von außen in der Burgmauer sehen. Bei einem vorherigen Besuch auf der Sparrenburg hatten meine Mädels ganz fasziniert durch das Gitterfenster die Kanone im Inneren der Burg betrachtet. Von daher waren sie umso mehr begeistert, dass sie nun auch mal auf der anderen Seite des Fensters stehen konnten.

Mauer der Sparrenburg in Bielefeld

Das Gefängnis in den Kasematten

Es gab damals zahlreiche Gründe, aus denen man im Gefängnis landete, z. B. wer nicht pünktlich zum Dienst erschien oder sich prügelte. Die Strafe: 6 Wochen Dunkelhaft! Die Zustände sind unvorstellbar: ein kleiner enger Raum, stockfinster, in der hinteren Ecke ein Loch für die Notdurft (das man im Dunkeln erst einmal finden musste), bis zu 40 Personen waren gleichzeitig inhaftiert, zum schlafen konnte man sich nicht einmal ausstrecken. Das Essen wurde durch die Tür gereicht, wer zu weit weg war bekam oft nichts ab, es reichte nicht unbedingt für alle.

Fledermäuse in den Kasematten

Die Temperatur in den Kasematten fallen niemals unter 15 Grad. Für uns als Besucher im Sommer eine angenehme Abkühlung. Im Winter ist dies ein optimaler Platz mit idealen Bedingungen für Fledermäuse. Insgesamt 14 verschiedene Fledermausarten leben von Ende Oktober bis Ende März in den Kasematten der Sparrenburg Bielefeld. Daher gibt es dort im Winter keine Führungen.

Abschluss der Kasemattenbesichtigung

Nach der etwa 45 minütigen wirklich sehr spannenden Führung konnten noch zahlreiche Fragen gestellt werden, die allesamt überaus freundlich, ausführlich und kompetent beantwortet wurden. Anschließend ging es für die gesamte Gruppe über die steinerne Treppe wieder zurück ans Tageslicht.

Die Turmbesichtigung

Wer das Kombiticket gekauft hat, kann nach der Führung durch die Kasematten im Besucherzentrum seine Eintrittskarte vorlegen. Dort bekommt ihr eine Münze für den Eintritt in den Turm ausgehändigt. Diese Münze muss man in einen Automaten an einem großen Drehkreuz stecken und kann dann die 120 Stufen hinauf auf den 37 Meter hohen Turm steigen.

Der Aufstieg

Für diesen Aufstieg sollte man auf jeden Fall schwindelfrei sein. Zunächst geht es über eine metallene gitterartige Treppe, anschließend folgen 2 Etagen mit Holztreppen.

Die Treppen hoch zum Turm der Sparrenburg
Die Treppen hoch zum Turm der Sparrenburg

Unterwegs kann man bereits durch zahlreiche Fenster in alle Richtungen einen ersten Blick nach draußen erhaschen. Das letzte Stück führt über eine enge Wendeltreppe, hinaus durch die Tür auf den höchsten Aussichtspunkt des Turmes.

Ausblick aus einem Fenster im Turm der Sparrenburg
Eine Wendeltreppe im Turm der Sparrenburg

Die Aussicht

Die Aussicht vom Burgturm aus ist wirklich unbeschreiblich toll, das muss man einfach selbst gesehen haben. Oben gibt es auch rundherum Informationstafeln mit den zahlreichen Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten, die man in der jeweiligen Richtung erblicken kann.

Ausblick vom Turm der Sparrenburg über Bielefeld

Für uns natürlich etwas ganz Besonderes: direkt neben der Burg liegt das Krankenhaus, in dem unsere beiden Töchter zur Welt gekommen sind. Für unsere Mädels viel spannender: der Helikopter-Landeplatz auf dem Dach des Krankenhauses.

Ausblick vom Turm der Sparrenburg über Bielefeld

Weitere Highlights der Sparrenburg Bielefeld

Man kann auch rund um die Sparrenburg so einiges entdecken und erleben. Ein Spaziergang entlang der gigantischen Mauern ist ein beeindruckendes Erlebnis. Und man kann dort wie bereits erwähnt an der ein oder anderen Stelle einen Blick in die unterirdischen Gänge erhaschen.

Mauer der Sparrenburg
Mauer der Sparrenburg in Bielefeld

In den Burghof und zum Turm gelangt man nur über eine Brücke. Oben auf die Rondelle gelangt man über kleine Wege und hat dort einen herrlichen Ausblick.

Die Brücke zur Sparrenburg
Die Brücke zur Sparrenburg
Der Hof mit Ausblick von der Sparrenburg in Bielefeld

Auch im Burghof bietet sich ein atemberaubender Blick über die Stadt. Für das leibliche Wohl ist gut gesorgt. Zum Einen gibt es das Restaurant Sparrenburg mit einer wirklich exzellenten Küche und regelmäßigen Events wie Krimidinner oder Rittergelage. Eine kleine Erfrischung, Snacks, Eis oder auch Postkarten gibt es im Kiosk im Burghof. Und auf den Wiesen rundherum kann man prima Picknick machen.

Eisessen mit Ausblick von der Sparrenburg
Picknick mit Aussicht von der Sparrenburg in Bielefeld

Auch bei Nacht bietet der beleuchtete Turm der Sparrenburg einen grandiosen Anblick, den ich euch nicht vorenthalten möchte.

Sparrenburg bei Nacht

Falls ihr mal in der Gegend seid, kommt unbedingt auf der Sparrenburg Bielefeld vorbei. Es lohnt sich!

Was sind eure liebsten Ausflugsziele? Wir freuen uns auf eure Tipps in dem Kommentaren!

Alles Liebe, eure
 

Mony

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Offenlegung: Dieser Beitrag zählt als Werbung, ist aber unbezahlt und unbeauftragt. Ich habe ihn freiwillig erstellt, weil wir sehr gerne und regelmäßig auf der Sparrenburg zu Besuch sind und dies anderen Familien empfehlen möchten. Anreise, Eintritt und Verpflegung haben wir selbst bezahlt.

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