Der Titel des Onlinekurses von Judith Peters alias Sympatexter sprach mich direkt an: „Händständ your Business„. Die Wortschöpfung klang grandios, und ich war sofort neugierig, was genau dahinter steckt. Ich vermutete zunächst, dass es ein cooler Titel ist, aber das Thema in Wahrheit vielleicht ein ganz anderes ist. Nur um festzustellen, dass es wirklich „schlicht und einfach“ um das Handstand lernen geht. Wie cool ist das denn? Auf so eine Idee muss man erst einmal kommen!

Als Kind habe ich viel geturnt und die unglaublichsten Dinge gekonnt, aber das ist echt lange her. Das heute nochmal zu lernen klang verlockend. Sofort kamen natürlich viele Glaubenssätze in mir hoch, dass ich das doch niemals schaffen könnte. Aber ich habe diese gekonnt ignoriert und mich schnell dazu entschieden, die Herausforderung anzunehmen. Ich habe es auch direkt meinem Mann und einer Freundin erzählt, damit ich auch ja keinen Rückzieher mehr machen kann! Meine ungeschönten Erfahrungen habe ich in diesem Blogartikel zusammengefasst.

Meine Voraussetzungen

Als Kind war ich beim Kunstturnen und konnte problemlos einen Handstand machen – sogar auf einem Schwebebalken! Aber das ist ewig her. Heute mache ich natürlich auch noch Sport, aber eher Zumba oder Yoga oder ich steige auf meinen Crosstrainer. An einen Handstand habe ich jahrelang nicht gedacht. Aber alleine die Vorstellung, das bald wieder zu können, hat mich ehrlich gesagt völlig beflügelt.

Ich schreibe diesen Artikel im August 2020, Corona ist nach wie vor allgegenwärtig. Ich habe einige Monate Homeoffice mit 2 Kindern hinter mir und mich in dieser Zeit ehrlich gesagt kaum sportlich betätigt. Dies soll keine Ausrede sein, sondern eine reine Feststellung. Ich habe mich etwas gehen lassen und mich weniger bewegt als mir gut tut. Natürlich hätte ich mehr tun können. Habe ich aber nicht. Das merke ich vor allem daran, dass ich einige Kilos zugelegt habe und immer super schnell aus der Puste bin. Ein Grund mehr, die „Händständ Challenge“ anzunehmen und mich gleichzeitig zu committen, endlich wieder mehr Sport zu treiben. Also los geht’s!

Die Arbeitsmaterialien

Zunächst einmal möchte ich noch ein paar Worte zu den Arbeitsmaterialien sagen, die uns Judith zur Verfügung gestellt hat. Denn die sind wirklich grandios! Vorab gab es ein Handout, in dem ich meine Erfolge der nächsten 4 Wochen dokumentieren konnte. Jede Woche bekam ich die Übungen als PDF zum Ausdrucken und zusätzlich auch als Trello Board (ich liebe Trello!). Bei Trello sind GIFs zu sehen, während im PDF die Übungen nur als Foto mit erklärendem Text zu sehen sind.

Handstand lernen in 4 Wochen - Trello Board
Für jede Woche gibt es eine Liste im Trello Board mit sämtlichen Übungen, Social Media-Ideen u.v.m.

Außerdem hat Judith jede Woche Anregung für Social Media Postings gegeben, stand jederzeit für alle Fragen bereit und war sehr aktiv in der Facebook Gruppe unterwegs. Ganz besonders toll: jede Woche wurden 2 Live-Trainings per Zoom veranstaltet. Ich habe es ein paar Mal mitgemacht, und es macht wirklich Spaß. Es ist toll, die anderen Frauen live zu sehen, gemeinsam zu trainieren und zu schwitzen. Überhaupt sind der Zusammenhalt und die gegenseitige Motivation in der Gruppe grandios. Viele posten Fotos und Videos von ihren Handstand-Versuchen, auf die sie viel Feedback und Verbesserungsvorschläge erhalten. Es ist gar nicht so leicht auszudrücken, welche Motivation man durch eine Gruppe bekommt. Das ist wirklich unbezahlbar!

Handstand lernen in 4 Wochen - Handout
Das 56-seitige Handout mit allen Übungen zur Handstand-Challenge mit vielen Tipps und Anregungen.

Handstand lernen – Mein Start

Hoch motiviert mache ich mich also an das erste Training und muss feststellen, dass ich wirklich ganz schön aus der Übung gekommen bin. Zunächst gibt es einige Übungen zum Aufwärmen, anschließend arbeiten wir an unserer Kraft und Körperspannung, zum Schluss wird gedehnt. Im Prinzip nichts Ungewöhnliches, aber für mich ist es das erste richtige Training seit vielen Wochen, und ich bin fix und fertig und klatschnass geschwitzt.

Mindestens 3 mal pro Woche soll ich das Handstand Training machen. Wobei hier ja noch gar kein Handstand gemacht wird. Die Übungen sollen erst einmal Muskeln aufbauen, Beweglichkeit und Balance fördern. Und durch die so genannte Wandläuferin (siehe Fotos unten!) bekomme ich schon einmal ein erstes Gefühl für das Kopfüber-Sein.

So, Hand aufs Herz und bitte ehrlich sein: Kommst du mit deinen Händen bis auf den Boden wenn du dich vorne über beugst? Ich schaffe das zugegebenermaßen aktuell noch nicht. Aber ich weiß dass ich das brauche wenn ich einen Handstand lernen möchte. Und daher werde ich es fleißig üben.

Fazit aus Woche 1:

  • Ich bin ganz schön aus der Form gekommen und muss dringend wieder fitter werden.
  • Ein Handstand an der Wand in Form eines Wandläufers klappt schon einmal ganz gut.
  • Ich hätte nicht gedacht, dass ich beim Handstand Training so viel Muskelkater in den Waden bekommen würde.

Handstand lernen – Weiter geht’s

In der zweiten Woche steht der Purzelbaum im Fokus. Ja, du hast richtig gelesen: ein Purzelbaum! Wann hast du zuletzt einen Purzelbaum gemacht? Bei mir ist das eine ganze Weile her. Als Kind habe ich das andauernd gemacht, ohne groß darüber nachzudenken. Und nun sollte ich wieder einen Purzelbaum versuchen.

Spätestens jetzt wurde mir klar, dass es in dieser Handstand-Challenge um so viel mehr geht als um den reinen Handstand. Ich habe mir ein Ziel gesetzt und arbeite hart daran, dieses zu erreichen. Und ich stoße dabei auf neue und unbekannte Herausforderungen, denen ich mich stellen muss. Mein Kopf ist hierbei mein eigentlicher Gegner, nicht mein Körper. Körperlich bin ich längst dazu in der Lage, einen Handstand zu machen. Es ist mein Kopf, der mich davon abhält.

Als Kind war alles viel unbeschwerter. Aber nun stehe ich hier als erwachsene Frau, und in meinem Kopf spielen sich die unglaublichsten Dinge ab. Ich stelle mir vor was alles schief gehen könnte wenn ich einen Purzelbaum ausprobiere. Vielleicht kippe ich zur Seite um? Oder ich komme gar nicht erst ins Purzeln? Vielleicht verdrehe ich mir den Hals? Oder ich komme unglücklich auf und verletze mich? …

Wie ist die Sache ausgegangen?

Nun, ich habe meinen inneren Schweinehund tatsächlich besiegt und mich überwunden. Den ersten Purzelbaum habe ich zugegebenerweise auf dem gut gepolsterten Sofa ausprobiert. Nachdem dieser funktioniert hat, habe ich auch auf dem Boden auf meiner Yogamatte einen Purzelbaum gemacht und bin erstaunt wie gut das klappt.

Nach wie vor hoch motiviert übe ich quasi überall. Selbst mit den Kindern auf dem Spielplatz probiere ich erste „Handstände“ aus und hänge ein wenig über Kopf herum.

Handstand lernen in 4 Wochen - kopfüber auf dem Spielplatz
Ich weiß nicht wann ich zuletzt an einer Kletterstange auf dem Spielplatz geturnt habe…

Handstand lernen – Rückschläge und Herausforderungen

Wie versprochen will ich hier nichts beschönigen (siehe Fotos! Ich kann gar nicht glauben, dass ich die hier wirklich so offen zeige 🙈). Das Handstand-Training ist sehr hart, und ich glaube wir haben alle so unsere Rückschläge und Herausforderungen zu meistern. Die ersten 1,5 Wochen liefen sehr gut bei mir, und ich habe viel trainiert. Dann kam eine Hitzewelle mit weit über 30 Grad, und ich konnte mich bei den Temperaturen ehrlich gesagt schlecht dazu aufraffen zu trainieren. Lieber war ich mit den Kindern im Wald und habe mich im Bach abgekühlt…

Gegen Ende der zweiten Woche habe ich ein wenig den Anschluss verloren und bin dann nicht mehr so richtig reingekommen. Gerne wollte ich in der dritten Woche beim aktuellen Training mitmachen, aber gleichzeitig auch aus der vorherigen Woche ganz viel nachholen. Das war mir dann zu viel und hat mich etwas überfordert.

Hinzu kam, dass gerade in der Facebook Gruppe ganz viele schon riesige Erfolge gepostet haben und ich das Gefühl hatte, dass nur ich die Krähe oder den Handstand mit Abrollen noch nicht kann. Einerseits ist es toll wenn alle ihre Fortschritte zeigen, aber mich hat es ehrlich gesagt ein wenig demotiviert, weil es so schien als seien alle viel weiter und hätten mich abgehängt. Irgendwann fingen einige dann auch an, ihre Fails zu posten, wie sie umgekippt sind usw. Hut ab vor dem Mut, so etwas offen zu zeigen! Ich muss zugeben, dass dadurch bei mir aber wieder das Kopfkino anfing und ich andauernd darüber nachdenken musste was mir alles passieren könnte wenn ich umkippe.

Und mal wieder habe ich gemerkt, dass der Handstand nur eine Metapher ist, und dass es bei dieser Challenge um so viel mehr geht als „nur einen Handstand zu lernen“.

Handstand lernen – Endspurt

In Woche 4 geht es nun endlich daran, einen Handstand frei mindestens 3 Sekunden zu stehen. Ich hänge mit dem Training noch immer ziemlich hinterher, gebe aber nach wie vor mein Bestes. Denn ich habe mir vorgenommen einen Handstand zu lernen. Und dann möchte ich dieses Ziel auch unbedingt erreichen und werde nicht aufzugeben bis ich ihn kann! Und wenn es länger als 4 Wochen dauert, dann ist das auch OK.

Nun neigt sich der Kurs dem Ende zu, und ich habe fast nicht mehr damit gerechnet, dass es mit dem Handstand bei mir klappt. Am vorletzten Tag probiere ich einen Handstand aus. Ohne viel Aufwärmen und Vorbereitung. Weil ich einer Freundin meine Fortschritte zeigen möchte. Und was soll ich sagen? Ich stehe 2 Sekunden frei, ohne die Wand zu berühren!!! Woohoo!!!

Leider habe ich diesen Moment nicht auf einem Foto oder Video festgehalten. Aber er war da, und bin super happy und mächtig stolz auf mich! Und ich werde die Tage nochmal ein schönes Handstand-Foto machen und hier nachreichen.

Mein Fazit

Ich bin unglaublich dankbar über diese Handstand Challenge und dass ich diese Herausforderung angenommen habe. Es war körperlich sehr herausfordernd, aber ich bin froh dass ich jetzt endlich wieder einen Anfang gefunden habe, mich mehr zu bewegen und zu trainieren. Sicherlich bin ich noch nicht ganz am Ziel angelangt. Aber mit einer „sicheren“ Wand hinter mir, die ich notfalls antippen kann, fühle ich mich sicher genug. Und habe auch schon einen Handstand für ein paar Sekunden gehalten, auch ohne die Wand zu berühren.

Ich habe an vielen Stellen gemerkt wie mir mein Kopf einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Judith sagte von Anfang an, jede von uns sei bereits vorher körperlich dazu in der Lage, einen Handstand zu machen. Das Problem ist der Kopf, und dass wir es uns nicht zutrauen. Vor allem wenn ich einen freien Handstand versucht habe, habe ich unbewusst immer mit meinen Fingern stark auf den Boden gedrückt, sodass ich gar nicht genügend Schwung hatte, um hochzukommen. So hat mein Kopf versucht, mich vor dem Umkippen bzw. Überkippen zu bewahren. Daran werde ich auf jeden Fall noch weiter arbeiten.

Ziele für die Zukunft: auf jeden Fall möchte ich den Handstand frei stehen – auch ohne Wand hinter mir. Und ich möchte gerne noch lernen, mich aus dem Handstand abzurollen. Dann habe ich erst einmal noch genug zu üben bis zum nächsten Jahr. Vielleicht macht Judith dann ja eine weitere coole Challenge. Ich habe gehört, dass sie momentan an einem Spagat übt…

Kannst du einen Handstand oder irgendeine anderes tolles „Kunststück“? Wann bist du das letzte Mal so richtig über dich hinaus gewachsen und warst danach mächtig stolz auf dich? Hinterlass mir sehr gerne einen Kommentar!

Alles Liebe, eure 

Mony

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